Djamchid Chemirani
Published On: 10. November, 2025

Chemirani & Reto Weber – Rhythmus als universelle Sprache

Wenn sich zwei Musiker begegnen, die den Rhythmus nicht als Begleitung, sondern als Sprache verstehen, entsteht etwas Zeitloses. So war es bei Djamchid Chemirani und Reto Weber – zwei Meister der Perkussion, zwei Kulturen, die im gemeinsamen Puls zusammenfanden. Chemirani, der persische Zarb-Virtuose, brachte in Webers Percussion Orchestra jene Tiefe und meditative Kraft ein, die in der iranischen Musiktradition verwurzelt ist.

Weber, Schweizer Perkussionist mit einem offenen Ohr für alle Weltklänge, schuf den Raum, in dem diese Kunst auf afrikanische, indische und europäische Rhythmen traf. Seit den späten 1970er-Jahren gehörte Djamchid Chemirani zu den prägenden Mitgliedern des Ensembles. Zusammen mit Reto Weber, Famoudou Konaté, Muthuswamy Balasubramoniam und anderen verband er improvisierte Freiheit mit jahrtausendealten Rhythmusmustern. Ihre Konzerte – etwa beim Jazzfest Berlin oder in Montreux – wurden zu Dialogen zwischen Kontinenten: kein exotischer Crossover, sondern echte Begegnung.

Chemirani brachte in die westliche Jazzwelt eine Stimme, die ruhig und kraftvoll zugleich war. Seine Zarb erzählte Geschichten aus der Wüste und der Stille – und fand in Webers Ensemble einen natürlichen Widerhall. „Wir spielen keine Stücke – wir sprechen miteinander.“ — Reto Weber über die Arbeit mit Djamchid Chemirani Heute bleibt ihre Musik ein Zeugnis davon, dass Verständigung ohne Worte möglich ist – im gemeinsamen Atem des Rhythmus.

 

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